Projektrückblick 2015

2015 war ein gutes Jahr - auf jeden Fall auch was meine Projekte angeht.

Angefangen habe ich dieses Jahr (eigentlich zu Weihnachten 2014) mit der eigenen CNC-Fräse. Holzfräse zwar nur, aber ich habe einiges gelernt. Schon in der Planung muss man aufpassen. Meine Achsen waren ja mit 1000mm x 600mm großzügig dimensioniert. Aufgrund der Konstruktion blieb aber effektiv nur etwa 400 x 300mm übrig. Das ist natürlich schon eine Einschränkung. Fertig aufgebaut war die Fräse etwa im Februar. Allerdings bedeutet so eine Selbstbaufräse schon auch im Betrieb eine Menge Arbeit. Die Zahnriemen wollen nachgespannt und die Laufwägen geölt werden. Der mangelhafte Rundlauf bei meinem Fräsmotor (mein Dremel) führte dazu, dass meine Projekte alle deutlich kleiner ausfielen. Erst eine virtuelle Korrektur des Fräserdurchmessers in meinem CAM-Programm behob das Problem. Für die Steuerung habe ich gelernt: Keep it simple!! Ich habe mir gleich die, in der c’t hardware hacks beschriebenen, GRBL-Jog und TFT-Maximite zugelegt. Im Nachhinein eher unnütz. Der GRBL-Interpreter im TFT-Maximite hatte bei mir immer Probleme und stürzte ab. Überhaupt passte der Maximite leider nie in meinen Arbeitsablauf: Die Projekte werden auf dem Computer entworfen, “übersetzt” mit Estlcam und dann von dort aus direkt an die Fräse (mittels bCNC) geschickt. Die Jogging-Funktion ist (für mich) eigentlich unnütz, inzwischen habe ich mir für wenig Geld ein schnurloses Num-Pad zugelegt. In bCNC können alle Steuerfunktionen darüber direkt an der Fräse angesteuert werden.

Das nächste Projekt war dann im Sommer ein Ewiger Blinker - also eine kleine Schaltung, die man an eine “leere” Batterie anschließt und damit dann eine LED “ewig” blinken lässt. Das Gehäuse wurde mit der Fräse erstellt und war mein erster größerer Entwurf in QCAD. Die LED blinkt seit Juni alle sieben Sekunden.

Juli habe ich dann für einen Internet-Geschwindigkeitsmesser genutzt. Die Idee hatte ich durch den Ideen-Wettbewerb in der c’t gemeinsam mit AVM (die die Fritzboxen bauen). Eingereicht habe ich mein Modell nicht. Das Gehäuse habe ich in Sketchup entworfen und dann auf meiner Kapp- und Gehrungssäge gesägt. Innen drin arbeitet ein Raspberry Pi, der über PWMs direkt die Drehspulinstrumente (Spannungsmesser) anspricht. Leider scheint vor kurzem die die SD-Karte den Geist aufgegeben zu haben. Dies ist nach so einer kurzen Zeit natürlich sehr ärgerlich. Der Code sollte auf Github gesichert sein. Die Arbeit Raspbian neu aufzusetzen bleibt natürlich. :-(

Für die absehbare Geburt meiner Tochter habe ich im August einen Greifball gefräst. Den Entwurf habe ich in OpenSCAD erstellt. Dies hat den Vorteil, dass die Dicke des Holzes und die Zahl der Rippen frei definiert werden können. Meine Version habe ich dann aus 4mm Balsaholz gefräst. Das verträgt leider nicht, wenn man sich draufsetzt. Daher ist meine Tochter, jetzt nach der Geburt wieder ohne Ball…

Auch im August hatte ich mir, ebenfalls inspiriert durch ein Projekt in einer c’t make, an einen Thermodrucker gemacht. Ziel war es ein aktives Internet-of-Things Gerät in die Wohnung zu integrieren. Grundsätzlich hat der Drucker funktioniert. Im Endeffekt nutze ich ihn allerdings nicht mehr, da der Drucker (billig von Aliexpress) teilweise nicht ganz schwarz druckt und vor allem aber ich keinen wirklichen Bedarf habe täglich irgendetwas auf Papier ausgedruckt zu bekommen.

Im Oktober (als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk) habe ich dann meine Holzfräse schon wieder in den Ruhestand geschickt und mir eine 3040z bei eBay gekauft. Mit einer richtigen Spindel (800W wassergekühlt) und etwas stabiler als mein Käsehobel. Erstes Projekt war dann auch ein Anschluss für meine Abstufung.

Im November habe ich dann auf der Fräse ein Elefantenpuzzle gefräst (Entwurf von einem lieben Kollegen aus dem fpv-community-Forum) sowie ein Labornetzteil gebaut. Letzteres basierte im Kern auf dem Netzteil von meiner Fräse und einem Step-Down-Spannungsregler von Aliexpress.

Viele kleinere Projekte, wie mein Zyklon-Absauger, eine Schmuckschatulle, ein Namensschild, meine GRBL-CNC-Steuerung, die Chargebox, eine neue helfende Hand a la Darbin Orvan oder mein Raspberry Pi Latex Compiler, habe ich jetzt unter den Tisch fallen lassen. Obwohl viele meiner Projekte jetzt gar nicht mehr exisiteren, möchte ich keines davon missen. Mit jedem konnte ich meinen Horizont noch mal deutlich erweitern. Einzig bei dem Thermodrucker hätte ich mir zugegebenermaßen vorher etwas mehr Gedanken über den Zweck machen sollen, dann hätte ich das vielleicht gelassen. Im nächsten Jahr möchte ich gerne mehr fräsenbasierte Projekte durchführen.

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